🧬 Irish Sea Moss: Was sagt die Wissenschaft wirklich?

🧬 Irish Sea Moss: What Does Science Actually Say?

In der Wellness-Szene wird Irisches Moos ( Chondrus crispus ) oft als „Wunder“-Superfood bezeichnet. Sie haben sicher schon von der Behauptung gehört, dass es 92 der 102 Mineralstoffe enthält, die der menschliche Körper benötigt.

Doch wo hört das Marketing auf und wo beginnt die Wissenschaft? Heute schauen wir uns die von Fachleuten begutachteten Forschungsergebnisse an, um Fakten von Fiktion zu trennen und herauszufinden, warum dieser atlantische Schatz ein biologisches Kraftzentrum ist.


1. Die Behauptung von den „92 Mineralien“: Fakt oder Legende?

Die Vorstellung, dass Irisches Moos 92 Mineralien enthält, ist ein Grundpfeiler seiner Beliebtheit. Zwar gibt es keine einzige wissenschaftliche Studie, die exakt 92 Elemente in jedem einzelnen Blatt auflistet, doch die zugrundeliegende wissenschaftliche Annahme ist fundiert .

Algen sind sogenannte Bioakkumulatoren. Das bedeutet, sie wirken wie Schwämme und nehmen die Mineralien des umgebenden Ozeans auf. Da der Ozean nahezu alle Elemente des Periodensystems enthält, weist wild geerntetes Irisches Moos von Natur aus ein breites Spektrum an Spurenelementen auf.

Die wissenschaftliche Einschätzung: Untersuchungen, die in Marine Drugs veröffentlicht wurden, bestätigen, dass Chondrus crispus reich an essentiellen Makromineralien (Calcium, Magnesium, Kalium) und seltenen Spurenelementen (Zink, Selen, Mangan) ist.

2. Bioverfügbarkeit: Das Multivitamin der Natur

Einer der größten Vorteile von Irisch Moos gegenüber synthetischen Nahrungsergänzungsmitteln ist seine Bioverfügbarkeit . Bei der Einnahme von künstlich hergestellten Tabletten hat der Körper oft Schwierigkeiten, die komprimierten Nährstoffe effizient aufzunehmen.

Eine wegweisende Studie, veröffentlicht im British Journal of Nutrition, untersuchte die Aufnahme von Mineralstoffen aus Algen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Mineralstoffe aus Algen zwar langsamer aufgenommen werden als synthetische Varianten, aber dennoch einen stetigen und effektiven Anstieg des Nährstoffspiegels bewirken und somit eine zuverlässige natürliche Alternative zu chemischen Nahrungsergänzungsmitteln darstellen.

3. Mehr als nur Mineralien: Die Kraft der Polysaccharide

Die Wissenschaft zeigt, dass die „Magie“ des Meeresmooses nicht nur in den Mineralien liegt. Sie liegt in den komplexen Kohlenhydraten (Polysacchariden) wie beispielsweise Carrageen.

  • Darmgesundheit: Diese Ballaststoffe wirken als Präbiotika. Eine vom NIH (National Institutes of Health) hervorgehobene Studie beschreibt, wie diese Verbindungen ein gesundes Darmmikrobiom unterstützen.
  • Immunabwehr: Forschungsergebnisse in ScienceDirect weisen auf das Potenzial von Rotalgen als antivirale und antimikrobielle Substanzen hin.

📊 Wissenschaft vs. Mythos: Eine kurze Zusammenfassung

Die Behauptung Was die Wissenschaft sagt
92 Mineralien Es enthält eine große Bandbreite an Mineralien; die genaue Anzahl hängt vom Abbauort ab.
Schilddrüsenunterstützung Bewiesen. Es ist eine der ergiebigsten natürlichen Quellen für organisches Jod.
Bioverfügbarkeit Bewiesen. Die Mineralien werden zwar langsamer freigesetzt, sorgen aber für eine stabile Nährstoffversorgung.

Fazit: Ein wissenschaftlich fundiertes Standardprodukt

Der Slogan „92 Mineralien“ verdeutlicht zwar den hohen Nährstoffgehalt dieser Pflanze, doch die wahre Stärke des Irischen Mooses liegt in seiner ganzheitlichen Zusammensetzung . Es liefert Spurenelemente, die in der modernen, industriell verarbeiteten Ernährung fehlen, und stützt sich dabei auf jahrhundertealte Traditionen und moderne Erkenntnisse der Meeresbiologie.